Unsere Vereinsgeschichte

Ältester Verein im Dorf

Im Jahre 1846 gegründet, gilt der Männerchor als ältester Verein in unserem Dorf. Als wichtiger Kulturträger mit der schönen Aufgabe den Menschen die Freude am Gesang zu vermitteln, feierte der Verein am 16. November 1996 sein 150–jähriges Bestehen. Nach vielen Hochs und Tiefs wurde das Jubiläumsjahr zu einem wichtigen Meilenstein für die Zukunft.

 

Anlässlich der 150–jährigen Jubiläumsfeier erschien im Festführer der Vereinsbericht zum 100–jährigen Bestehen von 1946. Dieser Bericht wurde vom damaligen Präsidenten Hans Schaub verfasst, der nun nachstehend im originalgetreuen Wortlaut aufgeführt ist. Die Geschichte ab 1946 bis heute, verfasst von Stephan Imhof, ist im Anschluss zum Bericht von Hans Schaub zu lesen.

 

Geschichte von 1846 - 1946 (von Hans Schaub)

Im Jahre 1846, also 1 Jahr vor dem Sonderbundskrieg, wurde in Maisprach von einigen Jünglingen ein Männerchor gegründet. Später traten diesem Gesangsverein auch verheiratete Männer bei. Im gleichen Jahr wurde ein Liederbuch “Alpenlieder” und Kerzen sowie Lichthalter angeschafft. Bei der Gründung waren dabei: Jakob Berger-(Probst) 1821, Friedrich Imhof (alt Küfer) 1825, Heinrich Weiss-Alt 1828.

 

Schon drei Jahre nach der Gründung, also 1849, schaffte der junge Verein eine Fahne an. Es ist dies ein Zeichen, dass die junge Sängerschar mit Begeisterung an ihrem Verein hing. Das Vereinsbanner kostete Fr. 42.-- und wurde aus dem Schulfonds bezahlt. Das Fahnentuch, aus roter und weisser Seide, war 117x117 cm gross und war mit Messingnägeln an einer sehr langen Stange befestigt. Diese Fahnenstange ist heute noch vorhanden und wurde von Ernst Graf-Müller und dessen Vorfahren bis heute aufbewahrt.

 

Der erste Dirigent des Männerchors in Maisprach war der damalige Lehrer Dürr. Diesem folgte im Jahre 1847 Lehrer Strübin, welcher den Männerchor während 19 Jahren leitete. Im Jahre 1866 zog Lehrer Strübin, der als Freidenker einige Frömmeler zu Feinden hatte, nach Seltisberg. In diesen Jahren hatte der Dirigent keine Besoldung. Der Verein machte ihm von Zeit zu Zeit ein Geschenk. So schenkten sie zum Beispiel Lehrer Strübin einmal eine Wanduhr. Im Jahre 1866 folgte Lehrer Senn, der den Verein ebenfalls leitete. 1866 war in Maisprach ein Bezirkssängertag. Als Sänger aus dieser Zeit sind zu nennen: Johannes Graf 1844 (Mathisä Hansi), ein guter Tenor, Karl Graf-Rotplätz 1839, Jakob Graf-Schaub 1834, Daniel Schaub 1840, Martin Gruber-Weber 1841, Eduard Schaffner 1842, Johannes Flury 1851. Im Jahre 1880 war wieder ein Bezirkssängertag in Maisprach. 1888 wurde ein Töchterchor gegründet, der bis 1904 bestand.

 

Im Jahre 1889 zog Lehrer Senn fort. Ihm folgte als Lehrer und Dirigent Fritz Gerster aus Gelterkinden. Im Laufe des Jahres 1896 schaffte der Männerchor eine neue Fahne an. Sommers war in Rothenfluh das Bezirksgesangsfest. An diesem Anlass kam die neue Fahne zum ersten Mal an die Öffentlichkeit. Eingeweiht wurde sie erst im Oktober des gleichen Jahres und zwar in der Kirche. Damaliger Präsident des Männerchores war Hans Frey-Wirz, Badwirt. Fähnrich war Traugott Henzi. Im folgenden Jahr (1897) war in Magden eine Sängerzusammenkunft der Vereine Magden, Wintersingen und Maisprach. Auch der Töchterchor nahm an dieser Zusammenkunft teil. 1892 bis 1898 standen beide Vereine unter der Leitung von Lehrer Jäger. Lehrer Jäger war ein guter Dirigent. Er mischte sich jedoch gerne in die Dorfpolitik ein und der Männerchor, der zu seinem Dirigenten hielt, wurde in dieser Zeit zur dorfpolitischen Partei.

 

Im Jahre 1898 war in Muttenz ein Kantonal-Gesangfest. Der Männerchor sowie der Töchterchor nahmen an diesem Fest teil. Unter der Leitung von Lehrer Jäger erzielten beide Vereine einen schönen Erfolg. Als Preis ihrer gesanglichen Darbietung brachten beide Vereine einen Lorbeerkranz nach Hause. Als Lehrer Jäger im Jahre 1898 fortzog, kam es zu strengem Lehrerwechsel. Die jeweiligen Lehrer leiteten wohl den Verein, aber das Vereinsleben litt doch unter dem Wechsel. Sehr oft musste zur Aushilfe Sängervater Heinrich Grieder aus Wintersingen einspringen. 1901 übernahm unser Verein den Bezirkssängertag. In den Jahren 1904 und 1905 folgte der langen Zeit, in der eine rege gesangliche und gesellige Tätigkeit entwickelt wurde, eine Krise, welcher der alte Männerchor und auch der Töchterchor zum Opfer fielen. Letzter Präsident des Männerchors war Emil Graf-Graf. Aber der Gesang konnte nicht lange ruhen. Auf Initiative von unseren heutigen Ehrenmitgliedern Heinrich Graf-Brunner und Karl Gruber-Senn wurde im Jahre 1906 ein Gemischtenchor gegründet, der unter der Leitung von Lehrer Graf stand. Dieser Chor bestand bis 1910.

 

Im Jahre 1911, als W. Rudin das Amt des Lehrers antrat, bildete sich bald wieder ein Männerchor, welcher von dem jungen Lehrer geleitet wurde. Dieser Männerchor, der heute 35 Jahre besteht, war dem Wechsel der Zeit unterworfen. Bis in die Dreissigerjahre war dem Verein eine Zeit der Blüte beschieden. Dann folgte, infolge Rücktritts des Dirigenten Lehrer Rudin, eine Zeit der Krise. Hierauf suchte man diese Krise durch Zuzug von auswärtigen Dirigenten zu überbrücken. Während etwa 3 Jahren leitete G. Kaufmann aus Buus den Männerchor. Heute, bei diesem 100-jährigen Rückblick, wird der Männerchor Maisprach von Viktor Schneider aus Magden mit sehr gutem Erfolg geleitet. Die Begeisterung der heutigen Vereinsmitglieder bildet einen würdigen Abschluss dieses ersten Jahrhunderts gesanglicher Tätigkeit. Möge auch über dem zweiten Jahrhundert ein guter Stern walten.

 

Geschichte von 1946 bis heute (von Stephan Imhof)

In den Nachkriegsjahren erlebte der Männerchor einen erfreulichen Aufschwung. An diesem Erfolg waren vor allem zwei Dirigenten beteiligt. Zuerst Viktor Schneider, der (mit Unterbrüchen) während 23 Jahren den Chor leitete, danach Willy Hentschel, der den Chor von 1971 bis 1988 übernahm. In dieser Zeit wurden Gesangskonzerte, Singspiele und Theateraufführungen einstudiert, die zuerst im Schulhaus, später dann ab 1967 in der Mehrzweckhalle aufgeführt wurden. So zum Beispiel die bekannten Stücke “Theater im Dorf” oder “Wär wogt gwünnt”. Es wurden auch viele Gemischtchorlieder mit dem in der Zwischenzeit gegründeten Frauenchor gesungen.

 

Doch zum festen Repertoire des Männerchors gehören natürlich die Rhein- und Weinlieder, ist es doch naheliegend, ein Glas Wein aus heimischem Rebberg mit geselligen und stimmungsvollen Liedern zu begleiten. Neben den bekannten Volks- und Heimatliedern wurden immer wieder anspruchsvolle klassische Melodien eingeübt, die z.B. bei Sängertreffen vor kritischen Experten vorgetragen wurden. Ein unvergesslicher Erfolg war das Aargauische Kantonalgesangsfest von 1999, wo wir mit unserem Vortrag das Höchstprädikat “vorzüglich” erreichten. Natürlich kam auch die Geselligkeit und Kameradschaft in dieser Zeit nicht zu kurz, organisierte man doch regelmässig eine Vereinsreise oder nahm an den beliebten Talschaftstreffen der umliegenden Chöre teil. Viele feucht-fröhliche Stunden im Anschluss an die Chorproben im Gasthaus zum Rebstock, die manchmal bis in die frühen Morgenstunden dauerten, sind sicher noch manchem älteren Sänger in bester Erinnerung. Heute zählt der Verein um die 30 aktive Sänger, die mit ihrem Engagement dazu beitragen, ein Teil ihres Wirkens in den Dienst des Chorgesangs zu stellen. Der Chor ist im Dorf ein wichtiger Kulturträger, umrahmt er doch mit seinen Liederbeiträgen regelmässig traditionelle Gemeindeanlässe wie den Banntag oder die 1. August-Feier. Aber auch Ständeli-Singen anlässlich hoher Geburtstage oder Goldener Hochzeiten gehören zur ehrenvollen Aufgabe unseres Vereins. Wer Lust hat, bei uns auf eine Schnupperstunde mal unverbindlich reinzuschauen, der kann sich unverbindlich mit uns in Verbindung setzen. Jedes neue Mitglied ist herzlich willkommen. Möge dem Männerchor weiterhin viel Freude am Gesang und viele Stunden der Gemütlichkeit beschieden sein.